Auszug 14 –                                                           Obwohl die Lynka Stumm                      > So ein Theater!

...Es war in einem Monat der Sommerzeit, wo das große Sommerfest stattfand, dafür suchte ich schon Leute, für die Talentshow im Einkaufszentrum, ließ Werbeflyer anfertigen. Die ersten Bewerbungen trudelten auch schnell ein, doch ein tragischer Vorfall ließ dieses Projekt etwas unterbrechen. Ich Jumpte ins Krankenhaus als ich es erfuhr, da der Befund bekanntgegeben. „Ihre Tochter wird nie mehr sprechen können!“ Darum ließ meine Frau auch das Aufmunterungsgeschenk im Beutel, ich jedoch fand wichtig es zu tun, und tat es an ihrer stelle. Lynka freute sich darüber, doch als sie erneut darauf kommend realisierte was gerade Sache war. Wie sollte sie ohne Sprache, man verstünde sie ja nicht. Das zermürbte die Fünfzehn Jährige sehr, sie schaute wütend und vergrub ihren Kopf im Kissen. Die Mutter wollte sie trösten, Lynka schob sie von sich, versuchte ihre Emotionen mit Händen auszudrücken, ich verstand zwar nichts, aber sprach ihr Mut zu.

 

Tage Später: Lynka saß auf einem Spielplatz und spielte mit ihren Handpuppen. Vor dem Unfall saßen noch kleine Kinder die zuschauten, jetzt brachte es aber nichts mehr, für sich selber führte sie etwas auf um nicht aus der Übung zu geraten. „Hey bist du nicht schon zu Alt um mit Puppen zu Spielen!“ Ein Junge aus ihrer Klasse setzte sich dazu, sie drehte sich weg ihn nicht ansehend. Nutzte er die Situation aus um ihr die vielen Hänseleien zurückzuzahlen? Er bekundete sein Beileid zu dem was geschehen, sie fuchtelte wütend mit einer Puppe vor ihm herum, und Paul sagend dazu. „Sag mir wie ich ohne Stimme meine Aufführung machen soll!“ Schnell schnappte Paul sich eine andere und weiter. „Dann bin ich eben deine Stimme!“ Lynka schenkte diesem Jungen sonst nicht viel Aufmerksamkeit. Warum also er? „Wieso machst du das?“ Schrieb sie mit dem Finger auf den Erdboden, ich wusste schon länger genau warum, er aber sagte nur. „Weil du nett bist und niemand so was verdient hat.“ Bei genaueren darüber nachdenken, war er jetzt der erste, der ihr in einem wirklich schwierigen Moment Richtig helfen wollte. Die Mädels hingen nur mit ihr ab, weil sie immer so tolle Designerklamotten trug, die ihre Mutter selber geschneidert hat. Das wurde eben als Cool angesehen, das wusste Lynka selbst genau, Verschenkte aber nichts, doch genoss das beliebt sein sehr. Es war am Ende nichts weiter als ein Prinzip das aussagte, schaut mal wen ich kenne, doch nun war ihr das scheißegal. Schon an diesem Tag in der Schule, kamen alle an wie schlimm es sei, aber wo waren sie als sie letztens mit Krippe im Bett lag, da hat sich keiner sehen lassen. Aber jetzt kam dieser Junge an, den sie immer mit ärgerte wen es die anderen taten. Ach was denkt er sich dabei! Will er sich damit irgendwie rächen? Indem er ihre Vorstellung ins lächerliche zog. Lynka packte und ging einfach ihn sitzen lassend, weil sie gleich weg war ging er einen schritt weiter. „Ich liebe dich.“ Sagte er, sie stoppte, bekam große Augen, darauf schrie sie ihn an, „Verarsche mich nicht wie ich es immer mit dir tue!“ doch man hörte ja nichts. Er erahnte es so einigermaßen, das er darauf eine Antwort bilden konnte. „Weißt du wer dir die Blumen ins Krankenhaus geschickt hat?“ Weiter sagte er, das er nicht bei ihr vorbeikam, weil er wusste sie wollte das ja nicht, einfach nur paar stunden am Tag in ihrer nähe zu sein war vollkommen in Ordnung. Schreibend mit dem Schuh: Was erwartest du als Gegenleistung dafür?“ Fragte sie sich wo der Harken sei, ihm zögerlich ihre Hand entgegenstreckend wollend, vielleicht nach der Antwort. Paul ging seinerseits aber einfach. „Bis morgen, sei nett zu mir!“ Dies sagte leider nichts abschließend eindeutiges aus.

 

Am nächsten Tag: In der Schule sprachen sie schon im Klassenzimmer darüber, als Lynka eintrat unterbrachen alle beteiligten, Augenzeugen sind immer schnell am verbreiten. Ihre Fan Girls begrüßten sie wie immer freundlich, doch Lynka vorbeigehend ging zu Paul, um ihn zuerst zu begrüßen. Als er sich setzen wollte, legte jemand eine Preiszwecke auf seinen Stuhl, sie legte schnell ihre Hand dazwischen um diese wegzuschieben, er war aber schneller mit sitzen, alle lachten. Als er es merkte sagte er lächelnd auf sie sehend. „So das war genug Spaß, die Freistunde ist gleich herum.“ Der Lehrer trat herein, bat Paul sie zum Krankenzimmer zu begleiten, um ein Pflaster zu holen, hielt der weilen eine Ansprache. Er beobachtete alles schon eine weile, sagte aber nicht viel dazu, die beiden hörten nur noch. „Bravo ich bin begeistert!“ Was ziemlich unerfreut daherkam. Hatte sie die bitte zu ernst genommen, und er versucht nun ganz langsam die Verhältnisse zu Tauchen, an denen sie selber mitschuldig war? Er streckte sich beim Laufen, nahm seinen Arm schnell hinter ihr herunter, berührte dabei ihren Rock, zog seine Hand nach oben, wo sie schon sich erschrocken drehte, sie blieb Hängen und der Rock war eingerissen „Denn bezahle ich dir aber nicht.“ Sie rannte alleine weiter, war es doch so, wollte er sie bloßstellen, so gemein war nicht einmal sie. Als Lynka zurücklief stand er immer noch an selber stelle, zu Boden schauend, sie blieb mit Abstand stehen, Paul bemerkte es natürlich. Da beschloss sie zu versuchen ihn ruhigzustellen, indem sie ihm etwas entgegenkam, so das er keine Chance bekam sie zu ärgern. Guter Plan, viel ihr ja nicht schwer. Obwohl sie nichts von ihm wollte und egal wie es aussehen sollte, hoffentlich eineindeutig, harkte sie sich eng bei ihm ein und formte die Worte. „Entschuldigung für eben.“ Er machte ihr klar das sie ihn auch nicht lieben bräuchte, er sein versprechen aber allseits einhalten wolle, ihr helfen zurechtzukommen. Lynka sah ihn beim laufen ergründend an, vorm Klassenzimmer zog er seinen Arm weg und trat ein, also hatte er noch schnell eine große Bombe geplant loszulassen, so sie dachte, da wurde Paul gleich von einem Mädchen angesprochen. „Ich bin erstaunt, du kannst also auch anders sein?“ Er sagte trocken heraus: „Jeder macht das wozu er gerade Lust hat.“ Lynka wollte nicht auf dies warten, schnappte sich den Beutel den sie ihm eh geben wollte, nun aber aus anderen Grund. Als er die Designer Jacke auspackte geht das Getuschel los, die Stumme wollte schon was auf Papier Schreiben, doch Paul sprach einfach los, was er geleistet im stillen Hintergrund, das Lynka dieser Kindlichkeit längst entwachsen sei. Ein Mädchen aus der Fan Girls Clique trat auf die andere Seite, sagte das sie sich nicht traute mal alleine vorbeizukommen, aber so nun auch den Mut fand auszubrechen aus dem Gruppenzwang. Lynka sah erschrocken drein, Paul gab die Jacke zurück auf den riss am Rock zeigend, flüsternd in ihr Ohr. „Etwas Angst tut dir gut, nun siehst du aber wer deine Echten Freunde sind.“ Er hatte es eigentlich alles anders geplant, doch so war es auch sehr lehrreich geworden. Den restlichen Tag hielt er sich zurück, achtete darauf das Lynka ihre ruhe hatte zum nachdenken. Ja sie unterhielt sich gut mit Emi, so ungezwungen wie ewig nicht dagewesen.

 

Nach der Schule: Da wollte meine Tochter etwas mit Emi unternehmen, diese freute sich und sagte, das es da dieses neue Caffe gab, das gerade erst eröffnet hatte, bemerkte weiterhin. „Vergiss Paul nicht.“ Der lief weit vor ihnen Nah hause, kurzärmlig an diesen etwas kühleren Tag. Lynka hatte sich ihre Gedanken gemacht, sich nun an von allem Zwang fernzuhalten, dank diesem Jungen. So wie er da lief kam er ihr wie ein Held vor, der ihr einen neuen Weg gezeigt hatte. Lynka rannte zu ihm, legte die Jacke um seine Schulter, küsste Pauls Wange und zog ihn mit sich. Also gingen sie zu dritt Kuchen Essen, dabei unterhielten sie sich über die Aufführung nächsten Monat. Paul der etwas Lippenlesen konnte verstand schneller was Lynka aufschrieb. „Was Nackt am Strand?“ Fragte er ob das wirklich ein gutes Thema wäre. Emi hielt ihm den Zettel vor die Nase. „Was du Verstehst!“ Nachts am Strand, das war etwas ganz anderes. Die folgenden Tage probten sie intensiv, nach der Schule an diesem Werk und dann war es soweit, der Abend des Auftritts beim Sommerfest im Einkaufszentrum. Als Vater war es ein bestätigendes Gefühl, das meine Tochter so doch noch auftreten konnte und wollte. Ich tätigte die Ansage: „Liebe Zuschauer freuen sie sich nun, auf die Stumme Lynka und ihre Stimme Paul. Applaus! Applaus!“ Abschließend gesagt: Der Auftritt kam gut an, so sehr das sie gefragt wurden, ob beide einer Theatergruppe beitreten wollten, warum nicht dachten sie. Dies war der Beginn von etwas großem, in mehreren Punkten als nur einem. Sie wurden Erwachsen, Schrieben viele Theaterstücke, Heirateten, bekamen einen Sohn. Emi die irgendwann Alleinerziehende Mutter wurde starb zu Früh, so das beide ihr Kind bei sich aufnahmen. Auch schon bald, brachten sie ihre eigenen Theaterstücke selbst auf die Bühne...

© by Lolindir Calncacil